Bebauungsplan „Erweiterung West“ beschlossen

Am 18. Oktober hat die Zweckverbandsversammlung des Interkommunalen Gewerbegebiets Limes endgültig die Weichen für eine bedeutende Firmenansiedlung gestellt. Mit dem Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan „Gewerbegebiet Limes – Erweiterung-West“ kann nun die Ansiedlung der Hager Group aus dem Saarländischen Blieskastell erfolgen.

Hager, ein deutsches, inhabergeführtes Unternehmen mit weltweit etwa 18.000 Mitarbeitern, plant im Rahmen der langfristigen Unternehmensstrategie, die Bereiche Vertrieb und Logistik an einem zentralen Standort zusammenzuführen, um sich so auch den Endkunden gegenüber neu aufzustellen.

Nach einem intensiven Suchprozess wählte Hager das Interkommunalen Gewerbegebiet Limes aus. In direkter Lage an der Autobahn, etwa eine halbe Stunde vom Flughafen Frankfurt entfernt und im Rhein-Main-Gebiet gelegen, bietet der Standort ideale Voraussetzungen für die prognostizierte wachstumsorientierte Firmenentwicklung. Von dem neuen Standort aus können Kunden nicht nur in Deutschland und Europa, sondern weltweit beliefert werden. Die Bündelung an einem Ort anstelle der bisher dezentral organisierten Logistik erlaubt es Hager zukünftig auch, ganze Anlagen für Endkunden passend zusammenzustellen. Die Logistikprozesse werden optimiert und letztlich können auch erhebliche Flächen gegenüber dezentralen Logistiklösungen eingespart werden.

Dass der Zuschlag an den Standort in den Gemeinden Hammersbach, Limeshain und Büdingen ging, hängt wesentlich mit der langfristigen Strategie des Zweckverbandes zusammen. Denn bereits im Jahr 2016 schloss der Verband einen städtebaulichen Vertrag mit der Dietz AG aus Bensheim, der neben dem Verkauf der damals bereits erschlossenen Flächen auch eine Zukunftsoption für weitere Ansiedlungen eröffnete. Aufgrund dieser Vereinbarungen konnten alle Vertragspartner die Gewissheit haben, dass hier nicht nur Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro bewegt werden können, sondern auch, dass ein Unternehmen wie die Hager Group überhaupt eine solche langfristige Unternehmensstrategie entwickeln kann. Für Hager war das besonders wichtig, weil das Unternehmen eine ganze Palette von innovativen Produkten herstellt, die für die Herausforderungen der Energiewende und damit auch beim Kampf gegen den Klimawandel von großer Bedeutung sind.

Alle Beteiligten legten Wert darauf, dass das neue Projekt höchste Ansprüche erfüllt, die zum Teil auch über die rechtlichen Vorgaben hinausgehen. Im Bebauungsplan ist neben der Regenwassernutzung daher zum Beispiel auch eine Dachbegrünung und eine intensive Eingrünung der Grundstücke vorgesehen.

Der Bauherr, die Dietz AG, wird mit dem Bau mindestens den Gold-Standard der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen erfüllen. Darüber hinaus soll das Gebäude noch mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet werden, die ein Teil des benötigten Stromes direkt vor Ort produzieren werden.

Die hohen ökologischen Ansprüche, die die Verantwortlichen des Zweckverbandes mit der Gebietsentwicklung verbinden, wurden im Rahmen der Verbandsversammlung auch durch die Vorstellung des Ausgleichkonzeptes deutlich. Der Zweckverband beabsichtigt, durch vertragliche Vereinbarungen mit einem landwirtschaftlichen Betrieb für eine kleinräumige und abwechslungsreiche Landbewirtschaftung zu sorgen, durch die für die Tier- und Pflanzenarten der Feldflur neue (Über-)Lebensräume entstehen. Für die Biodiversität kann so ein enormer Gewinn erzielt werden, wie wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt haben.

Die Ansiedlung der Hager Group sorgt für etwa 200 neue Arbeitsplätze und nachhaltig hohe Steuereinnahmen bei einer relativ geringen Verkehrs- und Lärmbelastung . Auf weiteren etwa 2,5 Hektar Gewerbefläche in der Erweiterung West können sich in der Folge auch noch kleinere Unternehmen ansiedeln, deren Bedürfnisse der Verband immer auch im Blick hat.

Der Vorstand des Zweckverbandes dankte allen Beteiligten, die ihr Teil dazu beigetragen haben, dass die Entwicklung des Gewerbegebietes Limes bisher so gelungen ist, wie sie durch die Gremien der beteiligten Gemeinden und durch die Verbandsversammlung angestrebt und beschlossen wurde.

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