Gewerbeansiedlung: Die Auswahl und das Verhältnis zu den Investoren

Auf dem Gebiet soll es eine Durchmischung aus großen und kleinen Gewerbegrundstücken geben. Dabei hat der Zweckverband auch manches durch Festlegungen im Bebauungsplan ausgeschlossen.

So ist es beispielweise nicht gestattet, Einzelhandel (Supermärkte oder Baumärkte) dort zu betreiben, Tankstellen oder Spielotheken zu errichten. Der Verband behält sich auch vor, Grundstücksgesuche nicht anzunehmen. Die Verbandsversammlung hat zum Beispiel Nachfragen für einen Gebrauchtwagenhandel oder einen Garagenpark abgelehnt. Beide hätten viel Fläche benötigt, ohne nennenswerte Arbeitsplätze zu schaffen.

Der Zweckverband hat kein Interesse daran, Gewerbetreibende abzuwerben, die schon an anderer Stelle in den Mitgliedskommunen ansässig sind. Wenn aber Unternehmen sich verändern müssen oder wollen, wird ihnen angeboten, sich hier anzusiedeln, bevor sie unsere Gemeinden ganz verlassen, was letztlich in der Region zu Arbeitslosigkeit führt.

Weshalb ist ein Gewerbe-Mix sinnvoll?

1. Nur „Kleine“ bringen nicht unbedingt die erhofften Steuereinnahmen und schaffen auch nicht unbedingt so viele Arbeitsplätze, wie sie in großen Firmen möglich sind. Die Vermarktung ist zudem aufwändig und oft sehr langwierig.

2. Nur „Große“ erzeugen eine gewisse Abhängigkeit von wenigen Unternehmen. Passiert dort etwas, können auf einen Schlag Steuereinnahmen wegbrechen und Arbeitsplätze verloren gehen. Auf der anderen Seite können große Unternehmen aber auch sehr viele Arbeitsplätze anbieten, wie jetzt ja auch tatsächlich geschehen.

Für die oben erwähnte Festlegung der Regeln und die Auswahl der großen Investoren gilt wieder: alles ist ein Kompromiss. Ist der Investor zu klein, könnte es sein, dass ihm die Luft ausgeht. Leerstand und ausbleibende Steuereinnahmen wären die Folge. Sind der Anforderungskatalog und die Restriktionen zu groß, kommt kein Investor.

Sicher kann man sich auch fragen, ob große Flächen tatsächlich einem Investor verkauft werden sollten, bevor dessen Mieter feststehen. Alternativ könnte man ja auch entscheiden, Flächen nur an Firmen zu verkaufen, die selbst investieren. All diese Fragen wurden im Zweckverband sehr lange und intensiv diskutiert. Vorteile und Chancen wurden gegen Nachteile und Risiken abgewogen. Niemand weiß vorher mit letzter Sicherheit, was am Ende das Beste ist. In jedem Fall haben aber die Mitglieder des Verbandsvorstandes und der Verbandsversammlung in einem langen Abwägungsprozess versucht, sich eine gut begründete Meinung zu bilden.

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