Richtfest im Gewerbegebiet Limes – 500 Arbeitsplätze entstehen

Vor den Toren der zwölf Meter hohen Halle herrscht emsiges Treiben der Baufirmen. Innen deuten weiß gedeckte Tischreihen darauf hin, dass dort etwas Wichtiges ansteht. Gefeiert wird das symbolische Richtfest des Logistikparks Frankfurt Nord-Ost, der Teil des interkommunalen Gewerbegebiets Limes ist, den die Gemeinden Limeshain, Hammersbach und die Stadt Büdingen gemeinsam auf den Weg gebracht haben. Vertreter des Investors, der Dietz AG, und des Mieters, ID Logistics, wie auch die kommunale Politik sind voll des Lobes angesichts des bisher Erreichten.

2019 geht es los: Am 30. Juni will der Kontraktlogistiker ID Logistics in einer Halle mit knapp 40 000 Quadratmetern, die auf einer Fläche von 76 000 Quadratmetern derzeit gebaut wird, sein E-Commerce-Zentrum in Betrieb nehmen. Das kündigt ID-Logistics-Vertriebsleiter Sven Schürer am Mittwochnachmittag an. Etwa 500 Arbeitsplätze sollen dort in den nächsten zwei Jahren entstehen. Dafür investiert das Unternehmen mit französischen Wurzeln, das weltweit über 20 000 Mitarbeiter beschäftigt, mehrere Millionen Euro. Im neuen Logistikzentrum sollen bis zu 40 000 Bestellungen täglich versendet werden, wofür es erfahrene Logistik-Manager und Ingenieure, Personal- und IT-Experten sowie Logistik-Fachkräfte braucht.

Der Standort des Logistikparks direkt an der A 45 und der Ausfahrt Hammersbach wird von den Rednern als optimal bezeichnet. „Die ideale Lage schreit danach, dass man etwas Vernünftiges macht“, meint denn auch Lothar Klemm, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Dietz AG, und schaut nach vorne. „Wir möchten gerne im Frühjahr mit dem zweiten Bauabschnitt beginnen.“ Der Bauantrag sei gestellt. „Jetzt hoffen wir, dass wir Ende 2018 die Baugenehmigung erhalten“, appelliert Klemm an die Regionalversammlung. Auch ein 3. und 4. Bauabschnitt seien geplant. Bei Komplettausbau umfasst der Logistikpark Frankfurt Nord-Ost 230 000 Quadratmeter modernste Flächen. „Damit wird der Standort ein wahrnehmbarer Teil im Portfolio der Dietz AG. „Mit ID Logistics haben wir einen Ankermieter mit Strahlkraft“, stellt Klemm zufrieden fest. Das Projekt sei zwei Jahre „unter Radar“ geflogen, da der Nordosten Frankfurts bei Handelsunternehmen, Herstellern und Logistikern bisher nicht auf der Landkarte verankert gewesen sei. Zuversichtlich blicken Klemm und die Dietz AG nach vorne. „Der neue Logistikpark schafft in einer der wichtigsten Logistikregionen Deutschlands die dringend benötigten Flächen für die Wirtschaft und insbesondere den Onlinehandel, der bei der Bevölkerung immer beliebter wird. Gleichzeitig hält er aufgrund seines großen Einzugsbereichs genügend Arbeitskräfte bereit.“

Klemm dankt vor allem der Verbandsversammlung, in der Vertreter aus Büdingen, Hammersbach und Limeshain an einem Strang in Sachen interkommunales Gewerbegebiet ziehen, für die konstruktive Zusammenarbeit. Und er äußert weitere Wünsche. Denn angesichts der vielen Arbeitsplätze, die entstehen, müsse der Öffentliche Nahverkehr unbedingt an das Logistikzentrum angebunden werden, richtet er sich an die Vertreter der Kreispolitik. Und von den Kommunen erhofft er sich mit Schürer Unterstützung bei der Suche nach Arbeitskräften.

Für die drei Kommunen spricht Michael Göllner, Bürgermeister von Hammersbach, der die Bedeutung des Gewerbeparks für die Region unterstreicht. Gleichzeitig macht er deutlich, dass er und seine Amtskollegen nicht einfach nur Fläche bereitstellen wollten. Ein Viertel der Fläche des etwa 24 Hektar großen Areals soll für kleine Firmen vorgehalten werden, so Göllner. Auch wenn viel über den Flächenverbrauch geredet werde, bedeute ein derartiges Projekt auch Arbeitsplätze und Prosperität für den ländlichen Raum. „Ich bin stolz, dass wir langen Atem bewiesen haben. Geduld war gefragt. Wir waren uns nicht immer einig. Aber es hat sich ausgezahlt“, sagt er. 
Thorsten Stolz, Landrat des Main-Kinzig-Kreises, schätzt die Arbeit der drei Kommunen auch über die Kreisgrenzen hinaus. Er bricht eine Lanze für die wachsende Logistikbranche, die an dritter Stelle der Wirtschaftszweige in Deutschland liege, nach der Automobilbranche und dem Handel. Auf die Wünsche Klemms und Schürer eingehend, was die Verkehrsanbindung und die Vermittlung von Arbeitsplätzen angehe, verspricht er Unterstützung.

Quelle: Kreis-Anzeiger 22.11.2018